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Was ist eigentlich Schulentwicklung?

Der Lehrer als Einzelkämpfer hat ausgedient. Wesentlicher Bestandteil der Inneren Schulentwicklung ist  Teamarbeit. Der Lehrer als Einzelkämpfer hat ausgedient.  Jede Schule kann auf der Basis eines gemeinsam entwickelten Leitbildes bzw. Schulprogramms, zugeschnitten auf die Rahmenbedingungen und des Anforderungsprofils vor Ort entsprechende Ziele verfolgen.

Eines der zentralen Handlungsfelder ist das Entwickeln und Erproben neuer Formen des Lehrens und Lernens. SchülerInnen sollen am gesamten Schulleben teilnehmen. Zusammenarbeit mit den Eltern, Gestaltung von Konferenzen und Mitarbeitergesprächen, Verbesserungen der Kommunkation und Teamentwicklung im Kollegium, Öffnung der Schule nach außen und Übernahme von Verantwortung sind Themen der Inneren Schulentwicklung. Die Wirtschaft hat für solches Verhalten den Begriff "Corporate Identity" geschaffen, also die Identifikation des Einzelnen mit dem Unternehmen.

Schulentwicklung könne laut Hohlmeier aber nicht von oben verordnet werden. Schüler, Lehrer und Eltern wüssten selbst am besten, was an ihrer Schule verbesserungsbedürftig sei, hier müsse man ansetzen. Schulentwicklung setze auf Eigeninitiative, Engagement und gemeinsames Handeln. Die Lehrkräfte würden zu Moderatoren von Lernprozessen, sie dozierten nicht, sondern berieten und hülfen.

Neue Unterrichtsformen stünden im Mittelpunkt der Inneren Schulentwicklung. Natürlich behalte auch der "Frontalunterricht" seine Geltung, wenn sich der jeweilige Inhalt auf diese Weise am effizientesten vermitteln lasse. Viele Themen könnten aber von SchülerInnen selbst erschlossen, aufbereitet und präsentiert werden. Im Bereich der Organistionsentwicklung gehe es um den Umgang mit den vorhandenen Ressourcen, um die Art des Entscheidens und Vereinbarens: Sind Entscheidungsprozesse transparent? Laufen Konferenzen eher in Form von Einweg-Kommunikation ab oder sind sie ein Ort echter Entscheidungen, die von der Mehrheit des Kollegiums aktiv getragen werden, lauten die Fragen.

Die Personalentwicklung stelle sich beispielsweise der Aufgabe, wie die Lehrkräfte aus- und fortgebildet sein müssen, welche Ausstattung sie brauchen, damit sie die stetig sich wandelnden Aufgaben bewältigen können. Einzelne Lehrer bzw. Lehrerteams würden zum Beispiel gezielt fortgebildet, im Idealfall auf der Basis eines eigenen Fortbildungskonzepts der Schule. Letztlich gehe es um die Frage, wie das Profil der Schule von den Lehrkräften überzeugend gestaltet werden könne.
Die Ideen der Inneren Schulentwicklung seien eng mit der Vorstellung einer neuen Lernkultur verbunden, die Lernen als etwas Positives und Dauerhaftes begreife. LehrerInnen gebe dies die Chance, nicht mehr auf die Rolle festgelegt zu sein, alles wissen und können zu müssen. SchülerInnen wird die Möglichkeit gegeben, ihren Lebensbereich Schule verantwortlich mitzugestalten und dabei viele handlungsortientiert, eben "im richtigen Leben" zu lernen.

Schulentwicklung an unserer Schule

An der HSW Neumarkt sind die Aktivitäten facettenreich! Unsere Schule verfolgt in einem Netzwerk mit weiteren Schulen in Nordbayern sowie den Eltern diese Ziele der Inneren Schulentwicklung. So werden unter anderem Fortbildungsveranstaltungen für LehrerInnen abgehalten, um neue Unterrichtsformen zu erproben. Seit Januar 2000 wird bei uns ein systematischer Schulentwicklungsprozess auf der Basis gemeinsamer Zielvereinbarungen verfolgt und ein Schulförderprogramm entwickelt. Das Ganze wird wissenschaftlich begleitet von der Uni Erlangen-Nürnberg. Unsere SchülerInnen sollen zu mehr Eigenverantwortung erzogen werden, so dass sie beispielsweise in der Lage sind, selbstständig zu bestimmten Themen Infos einzuholen, sie auszuwerten und zu präsentieren, vom Referat bis zum Einsatz neuer Medien. Ein Beispiel: Zu aktuellen Themen werden außerschulische Experten eingeladen. So konnten sich die Schüler über das Thema "BSE" informieren und gezielt nachfragen. 23 SchülerInnen waren auch bei der Regionalkonferenz in Weiden dabei. Hier repräsentierten sie unter anderem bei einem Info-Stand die Schule und nahmen an der Pressekonferenz teil. Dies alles setze eine gute Vorbereitung voraus und das ist mitunter Knochenarbeit. Es ist aber auch so, dass sich die Atmosphäre in der Schule im Zuge der Umsetzung des Programms verbessert hat. Ähnlich vielschichtig sind die Aktivitäten auch an anderen Neumarkter Schulen, wenngleich der Leiter des Willibald-Gluck-Gymnasiums Dieter Faust, fließende Übergänge zwischen Bewährtem und Neuem sieht. Einiges aus dem Themenkatalog der Inneren Schulentwicklung sei auch schon früher praktiziert worden. Die Aktivitäten am Gymnasium reichten von der Infowand über Zeitung und Schulradio, Arbeitsgruppen, Lehrerfortbildung bis hin zu schüleraktivierenden Unterrichtsformen. Ich treffe mich beispielsweise mit Schülersprechern, um anstehende Probleme zu besprechen. Unterricht gibt es übrigens bisweilen auch von einem Schauspieler, der die LehrerInnen in Sprachkunst und Darstellungsformen weiterbildet, was auch die Attraktivität der Arbeit in den Klassenzimmern erhöhen soll.